Fu Kar We: F R a U is for me (and Tatouage) G
Frau G.
Montag, 29. Juli 2013
Es is heiss!
Es ist warm. So warm, dass man nicht viel machen kann ausser darüber nachzudenken wie warm es ist. Und wenn es plötzlich nicht mehr ganz so warm sein sollte, kündigt das ein Wärmegewitter an, bei dem man innerhalb von 10 Sekunden nass bis auf die Haut ist.

Das klingt übrigens erotischer, als es sich anfühlt!

Vorgestern im Schrebergarten. Geplant war Gartenarbeit wie Sträucher schneiden, bissschen Unkraut rupfen, Hecke etwas nachschneiden. Leider kamen wir nur dazu einzukaufen, im Garten angekommen zu grillen und dann komatös in der Hängematte zu entschlafen, bis ein Gewitter mit Weltuntergangsanspruch aufkreuzte.

Dabei wollten wir doch endlich mal zur Gartenseite der Wats hin Rindenmulch ausbringen. Denn Ochdnung muss sein! Herr Wat ist den treuen Lesern von Annotuck sicher noch ein Begriff.

Unser spiessiger, frühberenteter Gartnenachbar mit Bluthochdruckproblem. Rotgesichtig wühlt er sich diszipliniert den Wochentag über durch sein gepachtetes Grün und hätte am Wochenende dann gerne seine Ruhe.

Dass wir unter der Woche arbeiten und nur am Wochenende wühlen, erbittert ihn seit Jahren. Ausserdem wühlen wir nicht genug. Darauf weisst er uns in schöner Regelmässigkeit hin.

In seinem breiten, rheinischen Dialekt sagt er dann meistens: "Tach! Wann machense denn mal die Grenze sauber? Et wächst rübber. Dat möschten wir nischt!"

Letztes Wochenende hat er sich allerdings ein Eigentor geschossen, von dem er sich nicht so schnell erholen wird.

Herr Wat hat neben Horror vor Unkraut in seinen Beeten auch Horror vor Einbrechern in seinem Gartenhäuschen. Da Selbstschussanlagen anscheinend nur schwer freiverkäuflich zu erwerben waren, entschied Herr Wat sich für guten, alten Stacheldraht aus dem Baumarkt, der schon so manchem Langfinger im Eifer des Gefechtes die Eier abgerissen hat. Gut, vielleicht auch Tieren, Kindern, harmlosen Nachbarn, aber: wo jehobelt wird, da fallen Späne, weisse Bescheid!

Herr Wat befestigte also über dem Maschendrahtzau, der sein kostbares Grundstück von unserer Müllkippe trennt, einen Stacheldraht und zwar mit den Stacheln zu uns hin, denn: allet Schleschte kommt bekanntlisch von dem Gesocks nebenan!

Soweit so gut. Am Samstag passte Herr Wat den Moment ab, an dem ich gerade friedlich eine Tasse Kaffee unter dem schattigen Kirschbaum trinken wollte und kam in abgeschnittenen Jeansshort angeschnürt.

So als Bild vor dem inneren Auge des geneigten Lesers: Alter Mann, Vollbart, Halbglatze, freier Blick auf den nackten Oberkörper und den Bierbauch mit extremer Körperbehaarung.

Als Herr Wat auf dem Thermometer gesehen hatte, dass aktuell charmante 34 Grad aufgerufen wurden, reifte binnen Sekunden sein Entschluss, dass dies der passende Moment sei mich darauf hin zu weisen, dass ich mal janz dringend dat Unkraut anne Grenze wesch machen MUSS, denn er möschte dat da nischt!

So tat ich denn auch. In der Sonne. Und ich schickte meinen Mann vor, damit er den Weg hinters Gebüsch freischneidet, damit ich die Grenze endlich mal sauber machen konnte.

Und so entdeckten wir den Stacheldraht.
Es dauerte nicht lang und mein armer Kerl hatte sich eine ellenlange Wunde auf dem Oberarm zugezogen. Mich kostete der Einsatz immerhin den unversehrten Ärmel eine H&M T-Shirts.

Am nächsten Tag traf ich auf dem Weg zur Laube Herrn Wat. Selbstzufrieden grinsend guckte er mir entgegen. Ich war ja noch nischt fertisch mit der Jrenze un heute, war et schon wieder lecker heiss. Herr Wat war guter Stimmung, bis ich plötzlich vor ihm stehen blieb.

Ich: Tach Herr Wat.
Ert: Ähm, Tach?
Ich: Herr Wat, ich muss Ihnen leider sagen, dass das so nicht geht.
Er: Wat?
Ich: Der Stacheldrahtzaun.
Er: Wat is mit dem?
Ich: Sie wissen doch selbst, dass im privaten Bereich das ziehen von Stacheldrahtzäunen verboten ist.
Er: Wat? Nä!
Ich: Herr Wat, ich kann so die Grenze nicht sauber machen, mein Mann hat sich bereits sehr unschön an dem Ding verletzt.
Er (leicht panisch): Isch kann ja dat Unkraut selbst weschmachen.
Ich: Nö, das ist nett, aber wir müssen die Möglichkeit haben unversehrt in der Nähe des Zauns arbeiten zu können. Sie weisen ja selbst immer wieder unermüdlich darauf hin, wie wichtig das ist. Und Stacheldrahtzaun möschte isch da nischt!
Er (rot angelaufen): Un wat gezz?
Ich: Jetzt machen Sie den Stacheldraht vom Zaun ab. Danach kann ich dann weiter Unkraut rupfen. Schönen Tag noch!

15 Minuten später rückte Herr Wat mit einer Metallschere an und entfernte wortlos den Stacheldraht vom Zaun, während ich im Schatten Kaffee trank.

Man sollte sich bei dieser Hitze besser nischt mit mir anlegen, weisse Bescheid!

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Montag, 17. März 2008
Seitenwechsel
Et kütt wie et kütt,, sagt der Rheinländer gerne und meint damit unausweichliche Schicksalsschläge, denen man sowieso nicht entgehen kann.

Was jedoch tatsächlich Schicksal ist oder einfach nur die Blödheit eines Einzelnen, darüber gibt es geteilte Meinungen, besonders beim Rheinländer, wie mir erst letzte Woche bewusst wurde.

Unser Garten liegt mittig, rechts daneben residierten bislang die Flodders, links ein Ehepaar im besten Kleingarten-Frührentneralter, sie Hanseatin, er Rheinländer und rotgesichtiger Sturkopp, dessen Lieblingsfrage "Wat?" lautet, zumindest wirft er diese Frage gerne und häufig innerhalb eines Gesprächs ein.

Bislang gab es zwischen Herrn Wat und uns wenig Berührungspunkte. Man grüsste sich und einmal im Jahr wurde die Wasserrechnung geteilt, denn aus unerfindlichen Gründen haben die Wats keinen eigenen Wasseranschluss, ihre Leitung zweigt unterirdisch von unserer ab und wir sind halt relativ gutmütig was solche seltsamen Arrangements angeht. Vielleicht fällt aber auch diese Gutmütigkeit eher in die Kategorie Blödheit, wer weiss...

Die Wats sind eigentlich ständig im Garten, übernachten dort auch oft und ihr Teich gleicht in seinen Ausmassen der Ostsee, während unserer mehr den Namen Tümpel verdient hätte und unsere Gartenbesuche sich auf einige Stunden meist am Wochenende beschränken.

Jeder Doofe kann demnach erahnen, dass aufgrund dieser Grundvoraussetzungen ein gewisses Ungleichgewicht herrscht, was den Wasserkonsum angeht.

Im letzten Jahr kam es erstmals zu einem unschönen Gespräch, als die Wats einen Gartensitter während ihrer Sommerferien beauftragten. Der liess aus welchen Gründen auch immer das Wasser eine Woche lang laufen, was nicht nur verschwenderisch war, sondern auch richtig teuer wurde. Erstaunt über die Höhe der Rechnung forschten wir nach und nur auf eine regelrecht inquisitorische Befragung hin, rückten die Wats mit der Info raus, dass diese speziellen Wasserspiele überhaupt stattgefunden hatten.

Daraufhin verkündeten wir nur den Verbrauch zu zahlen, den wir bisher jedes Jahr bezahlt hatten, den Rest mussten die Wats tragen. Frau Wat sah das auch ein, Herr Wat rief erstaunt: "Wat?" und war seitdem nicht mehr so gut auf uns zu sprechen. Gerechtigkeit hört wohl dort für ihn auf, wo sein Portemonaie anfängt.

Im Winter muss jeder Gartenmurkel im Schacht den Hauptwasserhahn abdrehen und dann im Haus selbst die Hähne aufdrehen. So vermeidet man Wasserrohrbrüche durch zugefrorene Leitungen.

Nun hat es ja im letzten Winter kaum geforen und der Frühling ist auch schon in vollem Gange. Zeit für die Wats in ihrem Teich zehn Trillionen Liter Wasser auszutauschen und es sich auf der Laubenterrasse gemütlich zu machen. Dementsprechend kletterte Herr Wat in den Schacht, dreht den Hauptwasserhahn auf und legte los.

Nun tritt die persönliche Blödheit auf den Plan.
Wenn ich einen Hauptwasserhahn aufdrehe und sich die Wasseruhr beginnt zu rühren, muss ich davon ausgehen, dass irgendwo Wasser austritt. Bei den Wats selbst war das ja überprüfbar.

Da dort alles zu gedreht war, hätte Herr Wat an und für sich darauf schliessen müssen, dass unsere Hähne offen waren.
Vielleicht hat er das auch, man weiss es nicht. Er liess den Hahn jedenfalls offen und bei uns lief zwei Tage lang volle Kanne Wasser durch den Orkus, bis die unterirdischen Drainagen den Mengen nicht mehr gewachsen waren, ein Rückstau eintrat und der gesamte Garten geflutet wurde.

Zum Glück gibt es ausser Schicksal und Blödheit noch eine dritte Grösse: die Neugier, in diesem falle die der Nachbarn.
Gurken-Dieter, ein Nachbar von umme Ecke, stapfte zufällig vorbei, sah den Stausee, kletterte beherzt in den Schacht, dreht den Hauptwasserhahn zu und gab uns Bescheid.

Schnell war klar, dass Herr Wat seine flinken Finger im Spiel gehabt hatte und Herr G. war fuchsteufelswild, denn weil zunächst ein Rohrbruch vermutet wurde, sah er sich schon das ganze Wochenende Ausschachtungsarbeiten vornehmen, die nicht gerade zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählen.

Dementsprechend geladen rief er Herrn Wat an.
Dieses Gespräch war recht kurios, denn Herr Wat spricht an sich nur kölsch und Herr G. ist des kölschen nicht so mächtig wie ich. Dieser Umstand gab dem Gespräch also eine sehr spezielle Note.

Herr G: Guten Tag Herr Wat.
Herr W: Tach.
Herr G: Sagen Sie mal Herr Wat, haben Sie das Wasser im Garten aufgedreht?
Herr W: Jo.
Herr G: Und wann?
Herr W: Mondach, es wat do damet?
Herr G: Bitte?
Herr W: Wat?
Herr G: Bei uns gab es wohl einen Rohrbruch.
Herr W: Jo un?
Herr G: Bitte?
Herr W: Dat es doch nit minne Schold.
Herr G: Naja, es ist aber schon Ihre Schuld, dass das Wasser zwei Tage lang gelaufen ist, Unser ganzes Haus hätte überflutet werden können.
Herr Wat: Wieso dat dann?
Herr G: Weil die Hähne offen gedreht waren.
Herr W: Wat? Wieso dat dann?
Herr G: Das muss man doch, das machen im Winter alle so.
Herr W: Isch nit. Dat is misch neu, isch mach datte nie so, wat soll dat dann? Un ausserdem ist dat ja nit minne Schold.
Herr G: Bitte?
Herr W: Wat?

Und so ging das Gespräch fröhlich weiter. Im Ergebnis wurde keine Einigung erzielt, Herr wat drohte mit dem Vereinsvorstand und kündete düster an: "Isch werd da mit däm Hochst drübber spresche, so jeht dat nit.!"

Und so trafen wir uns Samstag alle im Garten. Dä Hochst, dä Herr Wat, dä Herr G. und isch, ähm, ich.

Ausserdem wurde ein Klempner hinzugezogen, denn Herr G. hatte Herrn Wat vorgeschlagen sich nun besser eine eigene Leitung legen zu lassen, was Herr Wat mit einem erbosten: "Wat? Und wer soll da bezahle?" quittiert hatte.

Es stellten sich bei dieser Begehung mehrere Dinge heraus.

1. Zum Glück hatte es keinen Rohrbruch gegeben, nur eben diese Rückstau. Eine Ausschachtung war zunächst hinfällig.

2. Als wir ankamen hatten bereits alle möglichen Gartenmurkel rundherum Herrn Wat die Meinung gesagt. Unter anderem, er würde unsere Gutmütigkeit/Blödheit ausnutzen und das ginge so nicht weiter. Er solle sich gefälligst für sein angelegtes Wattenmeer eine eigene Leitung legen lassen.

Ausserdem sei er sehr wohl Schuld. Hähne müssten im Winter aufgedreht werden, soviel sei klar. Dass Herr wat das nicht wüsste, wäre ein Unding.

3. Natürlich muss Herr Wat seine neue Leitung selbst bezahlen.

Soweit so gut, blöd nur, dass die neue Leitung quer durch unseren Garten gegraben werden wird, aber wat mot dat mot.

Immerhin konnten wir danach den Tag nutzen im Garten zu pusseln, und die Nachfolger der Flodders in Augenschein zu nehmen.

Er ist Banker und hat Steuerrecht studiert, sie ist Buchhalterin mit dem Berufwunsch Heilpraktikerin.
Sie haben eine Eigentumswohnung bei uns um die Ecke und einen echt süssen 5jährigen Sohn.
Ich denke es hat sich auf dieser Gartenseite ausgefloddert.

Ich sags ja, die 2008 und dann auch noch ein Rattenjahr, das bringt Glück.

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Samstag, 15. September 2007
Vorher-Nachher













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Samstag, 9. Juni 2007
Grüner Samstag
Neue Brücke und neuer Zaun am Teich:





Blicke in den Garten:









Schnecke nach Rettungsaktion aus dem Mülleimer, erfolgreich an die Hausaussenseite gesetzt:

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Samstag, 26. Mai 2007
Heckentratsch
Im Gegensatz zum bekannten und beliebten Tratsch im Treppenhaus, findet Gartentratsch grundsätzlich quer über die Hecke statt.

Seit sieben Jahren sind wir nun mehr oder minder stolze Besitzer eines Schrebergartens und trotz mancher Streitigkeiten mit bekloppten Frührentnern und Generve der Flodders nebenan, haben auch wir dort Kontakte geknüpft.

Einer davon ist Willi, seines Zeichens Koppelmufti von Koppel Vier. Willi ist einer von denen, die die Gärten, die abgegeben werden, für den Nachpächter schätzt, der nach dem rechten guckt in den Gärten von Koppel vier wenns Knatsch gibt und der die Gemeinschaftsarbeit organisiert, die die Mitglieder seiner Koppel betrifft.

Klingt nach Blockwart, ist aber relativ easy, denn Willi ist ein netter Typ. Weil wir die gleichen Leute nicht leiden können und unter den gleichen Korinthenkackern zu leiden haben, verstehen wir uns ziemlich gut und halten gerne mal ein Schwätzchen über die Hecke, wenns grade so passt.

Heute passte es prima, der Himmel hing voller Regen, kein Mensch war im Garten und der neueste Tratsch konnte hemmungslos ausgetauscht werden.

Willi weiss da immer höchst interessante Sachen zu berichten. Zum Beispiel, dass unser Garten grosses Lob bei der letzten Begehung eingeheimst hat, (ich wusste nicht mal dass sowas stattfindet) weil wir soviel darin gearbeitet haben und alles so chic aussieht.

Dass die Floddes hingegen mächtig verschissen haben, sogar bei unserem werten Vereinsvorsitzenden, der ihnen ja damals den Garten neben uns "besorgt" hat und dieser nun einer verkrauteten Müllhalde mit Hollywoodschaukel und Kindrspielplatz gleicht. Also der Garten, nicht der Vereinsvorsitzende.

Willi und ich gönnten uns kurz ein gehässiges Lachen; ich, weil die Flodders uns im vorletzten Jahr dauernd genervt haben von uns würde Unkraut zu ihnen rüberwachsen, was ein echter Lacher war, aber trotzdem ätzend und Willi, weil die Flodders nie zur Gemeinschaftsarbeit auftauchten und der Vereinsvorsitzende das dauernd abwiegelte.

Mir ist es an und für sich wurscht wie der Garten nebenan aussieht oder wie hoch deren Rasen steht. Ein bißchen geblutet hat mein Herz nur, als sie sämtliche Bonsais rausgerissen haben, aber gut ist ja nicht meine Angelegenheit. Ich will von denen nur möglichst nichts hören oder sehen. Aber gerade diesen Wunsch erfüllen einem die Flodders eben nicht. Willi meint, ich soll ihnen einfach sagen sie sollen sich verpissen, sobald sie mich vollquatschen wollen. Leider liegt mir sowas so gar nicht, auch wenn es wahrscheinlich die einzige Sprache ist, die die Flodders tatsächlich verstehen würden.

Man kann zumindest aber immer davon ausgehen, dass sie sich rar machen, sobald kein Grillwetter ansteht und deshalb haben wir trotz Regendrohung den ganzen Nachmittag friedlich gebuddelt und gepflanzt was wir ein paar Stunden vorher in Ochsenwerder günstig erstanden haben.

Es gibt da eine kleine Gärtnerei, die es mir besonders angetan hat, sowohl vom Preis her, als auch von der Qualität. Die Blumen von dort wachsen immer wunderbar an. Die Sommerblumen halten sich klasse bis spät in den Herbst und die Stauden werden von Jahr zu Jahr prächtiger.

Mit Baumarktpflanzen habe ich da schon oft Pech gehabt.

Nun schmücken massenhaft fleissige Liesschen in rose und weiss die Beete, dicht neben brombeerfarbenen Lupinen und blauem Rittersporn. An der Terrasse hängt unterdessen die grösste Petunie, die ich persönlich je gesehen habe. In den Kästen wuchern blaue Männertreu neben gelben Riesen-Tagetes und duftigen Hängegeranien.

Mit einer Säge bin ich dem Flieder zu Leibe gerückt, der jetzt wieder die typisch schlanke Form aufweist. Der weisse und der hellblaue sind bereits verblüht, im Juni werden dunkelroter und weisser Sommerflieder ihn zusammen mit dem stark duftenden Jasmin ablösen.

Am besten gefällt mir daran, dass wir wirklich alles selbst gepflanzt haben über die Jahre und wie wunderschön gross und prächtig die Pflanzen inzwischen sind.

Jetzt kann der Sommer wirklich kommen.

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Donnerstag, 24. Mai 2007
Schnorchel
Das Wetter schafft mich. Nachdem ich gestern beim Arzt vier Röhrchen Lebenssaft spenden durfte, haute mich die Hitze glatt vom Hocker. Seitdem komme ich schlecht in die Puschen, wie man hier so sagt. Bin müde, hab Kopf, Nacken und Magen und überhaupt bin ich müüüüüde.

Glücklicherweise hab ich weder heute noch morgen viele Termine und dann ist da ja auch noch Pfingsten, this year without any Family-Verpflichtungsscheiss. Yippieh!

Das Wetter soll ja schön bleiben, also werden wir es uns im Garten gemütlich machen, den der Gärtner nun doch noch auf Vordermann bringt. Ein Kontrollbesuch heute morgen wies eine erstaunlich saubere Terrasse dank Hochdruckdingsbums auf und zwei eifrige, schwitzende Männer, die je eine Teichbrücke bzw einen neuen Zaun bauten.

Der jüngere ist mit Sicherheit der Traum aller Desperate Housewives und der Sohn des älteren, der für 63 einen enorm fitten Eindruck macht. Gute Gene hat der Garten-Chippendale also wahrscheinlich auch noch in Petto.

Morgen wird der neue Zaun fertig sein und auch die Beetbegrenzungen aus Stein, wenn ich dran denke stell ich dann mal Fotos hier ein.

Wir selbst haben in den letzten Tagen auch sehr viel im Garten gemacht, entgegen einiger Annahmen neidischer Nachbarn ist der Luxus rund zweimal pro Jahr einen Gärtner durch die Anlage zu jagen leider absolut nicht ausreichend, um danach einfach die Füsse hochlegen zu können.

Es erspart lediglich etwas Zeit, Nerven, die Anschaffung teurer Geräte und eines Anhängers für Rindenmulchtransporte.

Zur Gartensaison muss man natürlich trotzdem jede Woche ein paar Stunden ran. Blumen pflanzen, umsetzen, Beete säubern, Unkraut jäten, umgraben, Rasen mähen, alles giessen, abschneiden, kompostieren usw . Das recht grosse Haus und der Schuppen müssen ebenfalls einmal jährlich mit Lasur gestrichen werden.

Und wir haben schliesslich noch ein Vollzeit-Ausserhalbdesgartens-Leben.

Macht aber dennoch sehr viel Spass.
Seit ich in der Stadt wohne geniesse ich die Arbeit an der frischen Luft und das buddeln in feuchtwarmer Erde. Das hat für mich was regelrecht meditatives.

Dafür gucke ich im Sommer kaum fern, gehe nie ins Kino oder gar ständig und stundenlang shoppen.

Der Garten ist dann mein liebstes Hobby. Das hätte mir vor 10 Jahren mal jemand sagen sollen...

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Freitag, 11. Mai 2007
Wie Gedanken ranken
Gärtner S. hat zugesagt unseren Kleingarten ein wenig aufzurüschen.

Zäune ziehen, Rasenkanten verlegen und neue Teichbrücken bauen liegt nämlich nicht so sehr in unserem Erfahrungsbereich. Nach terminlichen Problemen schaffte er es letzten Sonntag (!) kurz vorbei zu schauen und mit Herrn G. die anfallenden Arbeiten zu besprechen. Er würde sich dann Montag melden was das alles so kostet, sagte er zum Schluss und entschwand.

Immerhin hatte er nicht gesagt an welchem Montag er anrufen würde, am auf den Besichtigungstag folgenden Monatg meldete er sich jedenfalls nicht.

Donnerstag morgen war dann scheinbar besagter Montag, denn da rief er endlich bei uns an.

Er habe sich nun umgehört, der Materialpreis läge bei rund 300 Euro.

Gut, erwiderte ich, das klingt doch o.k..

Er würde ausserdem gerne am Samstag anfangen zu arbeiten und Sonntag (!) jene Arbeiten ausführen, die keinen Krach machen. Ob mir das recht wäre?!

Im Prinzip schon, erwiderte ich, aber ich wüsste dann doch ganz gerne wie der Gesamtpreis aussähe für die Aktion, also inklusive Arbeitslohn; während der Besichtigung war nämlich verabredet worden, dass er sich einen Festpreis überlegen würde.

Schweigen.

Darüber habe er sich jetzt keine Gedanken gemacht. Nur wie er unseren Garten schön machen könne. Leicht beleidigtes schnauf, schnauf.

Ob er nun das Material besorgen solle oder nicht?!

Das könne er sehr gerne tun, sagte ich freundlich, aber erst dann, wenn er mir zumindest grob sagen könne was uns das insgesamt kosten wird.

Nein, also das ginge nicht.

Tja.....

Nach beiderseitigem, sturem schweigen, meinte er dann, darüber werde er nun wohl nachdenken müssen - und mich später wieder anrufen.

Mit später war augenscheinlich nicht später am gleichen Tag gemeint, denn er rief mich natürlich nicht wieder an. Bis heute nicht.

Und ich frage mich, was ich wohl jedes Mal falsch mache, dass ich mir über Handwerker jeglicher Klasse und jeglichen Alters immer wieder so sehr den Arsch abärgern muss.

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Donnerstag, 3. Mai 2007
Kindermund tut Wahrheit kund
Nicht mal die Flodders konnten uns während dieses genialen Wetters aus unserem Schrebergarten mit der schönen, grossen Südterrasse vertreiben.

Nach der Erdbeerbowle vom Vortag steigerten sich die kulinarischen Genüsse am 1. Mai in Form von mariniertem, gegrilltem Lammfilet, hausgemachten Antpasti, neuen Kartöffelchen im ganzen geröstet mit Sourcreme, Giabatta und Kräuterbutter. Hinterher gab´s kleine Erdbeertörtchen.

Derart vollgefressen beschlossen Herr G. und ich einiges davon wieder durch Gartenarbeit los zu werden und begannen Unkraut und Ausgeblühtem zu Leibe zu rücken.

Papa Flodder hockte währendessen missmutig in der neuen Hollywoodschaukel, er bekommt meist nur Schweineabfall mit dem verheissungsvollen Namen Holzfällersteak auf den tischgrossen Grill geworfen und dazu Tzatziki aus dem Plastikeimer.

Die Düfte aus unserem Garten schienen mir die schiere Folter für ihn zu sein. Andererseits kennt er wahrscheinlich nichts anderes.
Miniflodder, inzwischen etwas grösser, aber immer noch sehr lieb und süss spielte fröhlich vor sich hin, während die Erwachsenen mit bösen Mienen auf der Terrasse hockten, barzten, Kaffee soffen und das Kind sofort wegscheuchten sobald es mal ansatzweise den Anspruch stellte man solle sich mit ihm beschäftigen.

So kam es wohl, dass Miniflodder, obwohl scheinbar gegenteilig angewiesen von den Eltern, am Zaun hing, während ich die Obstbäume mit dem Schlauch goss.

Wir unterhielten usn ein bißchen, sie plapperte fröhlich vor sich hin und bald kannte ich sämtliche Kinder mit denen sie spielte mit Namen und auch was sie den Tag über gegessen hatte wurde mir bekannt gemacht.

Wie ein kleiner, silbriger Bach plätscherte ihr Stimmchen auf mich ein und so standen wir einfach friedlich auf unterschiedlichen Seiten des Zaunes, während die Zeit verging und erfreuten uns am belanglosen Gespräch.

Plötzlich zeigte sie auf ein paar vertrocknete Rankenblättchen am Zaun und sagte: "Mama will nicht dass Eure Sachen zu uns rüber wachsen." "So," antwortete ich, "hat sie das gesagt?" Miniflodder nickte heftig. "Ich glaube, da wächst im Moment eh nichts mehr nach" gab ich mit einem Augenzwinkern zurück.

Da walzte auch schon Papa Flodder heran, der bereits vor zwei Minuten versucht hatte seinen tonnenschweren Leib aus der Schaukel zu würgen, jedoch an der Erdanziehungskraft gescheitert war und so den Showdown zwischen Miniflodder und mir nicht hatte verhindern können.

Gereizt wie ein Stier schoss er auf das Kind zu, seinen Namen laut brüllend.
Die Reaktion von Miniflodder war stummer Schreck, allerdings auch eine gewisse Resignation im Blick.
Dieser Ton wird ihr gegenüber wohl häufiger angeschlagen.

Ich musste sämtliche Willenskraft zusammen nehmen, um ihm den Schlauch nicht direkt auf die blöde Visage zu halten.

"Guten Abend", sagte ich höflich, während ich mit unbewegter Miene weiter den Schlauch auf den Apfelbaum richtete.
Papa Flodder raunzte Miniflodder an sie solle sich verziehen und nicht die Nachbarin anlabern. "Du weisst was wir Dir gesagt haben!" schnaufte er unheilvoll.

"Aber ich mag sie gerne und wir haben uns doch nur unterhalten", Miniflodder stand nun doch kurz vorm heulen.
"Stimmt", sagte ich mit eisigem Lächeln. "Na!" Papa Flodder hatte wohl inzwischen beschlossen mich doch zurück zu grüssen. "Wieso rennst Du überhaupt hier mit dem Schlauch rum?"

"Ich würde sagen, weil es ziemlich trocken ist", antwortete ich. "Ach was, das wird doch nachts feucht genug!" schnauzte der Blödsack. "Nicht für die Obstbäume", gab ich zurück, langsam auf kleiner Flamme kochend. "Sowas ham wir nich", sagte Papa Flodder zufrieden.

"Ja dann", antwortete ich, "für die Hollywoodschaukel ist es nachts sicher feucht genug. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend!"

Er stand noch ungefähr drei Minuten nach meinem Abgang an gleicher Stelle und glotze grübelnd vor sich hin, was das was ich gesagt hatte wohl bedeuten könnte und ob es sich um eine versteckte Beleidigung gehandelt hatte..

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Freitag, 27. April 2007
Schreihals
Es können noch so viele ruhige, rücksichtsvolle Leute miteinander wohnen, ein einziger Querschläger reicht um jegliche Form von Schlaf unmöglich zu machen.

Da gibt´s so einen Zeitgenossen, der spielt gerne bei offenem Fenster nachts um eins Gitarre und singt mit seinen 10 bis 20 Freunden, wahrscheinlich zugekifft und breit wie ein Gorilla, alles Schlimme, was man unbegabt auf einer Gitarre so lauthals abschrammeln kann.
Immerhin in einer Tonlage, die das geschlossene Fenster recht gut abschirmt, sonst wären da sicher schon des öfteren mal die Jungs in grün aufgetaucht.

Mein persönlicher Favorit ist allerdings das Schreibalg aus dem Haus weit, weit hinten das schon morgens um halb sieben im Garten geparkt wird, um die Nachbarschaft wachzuquäken, bis es dann endlich gegen acht von den bescheuerten Eltern im Kindergarten geparkt werden kann.

Während ich am PC meinen Morgenkaffee geniesse, höre ich den antiautoritären Papa mit der Nervensäge am Fenster des Arbeitszimmers vorbeischlurfen, im Dauermodus "Jetztisabergleichmalfeierabendhörmalaufjetzesreichtechtgleichgipswas" nuschelnd, woraufhin das Balg zornig kreischt und zetert und der gesamten Nachbarschaft vorführt, dass uns die Supernanny bald wieder einen neuen Fall zu präsentieren haben wird.

Aber was will man machen, vermehren darf sich ja - zumindest theoretisch - jeder. Auch wenn man es in manchem Fall besser unterlassen hätte.

Solche Beklopptskis sind übrigens meist die gleichen Leute, bei denen gleich nach der Geburt die Klingel abgestellt wird und nach halb acht abends keiner mehr anrufen darf, damit den Schlaf des Ablegers auch ja niemand stören kann.

Das wird sicher ein unterhaltsamer Sommer.

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Mittwoch, 19. Juli 2006
Sporty Spice
Es ist heiss. Sehr, sehr heiss. Und wer fährt bei dieser Hitze mit dem Rad? Ganz richtig, die Frau G.. Und zwar weil es quasi nicht anders geht.

Unser altes Auto war nach sage und schreibe 3 Tagen Online-Anzeige bereits verkauft und wurde von einer kleinen, blonden Maus mit frischem Führerschein in der Tasche und einem glücksseligen Lächeln auf dem Gesicht, bereits letzten Freitag abgeholt.

Unser neues Auto können wir erst diesen Freitag in Essen abholen, weil Herr G. den Arsch voll Arbeit hat und schrecklich viel zu tun, was nicht zuletzt daran liegt, dass bei der WM doch ein gewisses Zeitkontingent drauf gegangen ist, was er nun wieder aufholen muss.

Ich selbst habe offiziell Schulferien, bin aber inoffiziell aufgrund unterschiedlichster Geschichten vollkommen unentspannt. Angefangen bei den nun schon Wochen andauernden Sanierungsarbeiten über uns, die mich in Form von Wasserschäden und Setzrissen in Atem halten, bis zum Krankengeschehen rund um meine Mutter.

Zwischendurch streite ich mich noch mit dem Sanitärmurkel herum der unser Gästebad neu machen sollte und sich dann einfach verpisst hat, muss im Kleingartenverein den Ball flachhalten, damit mir die beknackten Gartennachbarn da nicht auf´s Dach steigen, suche neue Mieter für unsere Wohnung in Eppendorf, einen Garagenplatz, muss Geburtstage bedenken, Geschenke besorgen, Anrufe tätigen zu denen ich keine Lust habe und diese unglaubliche Hitze ertragen.

Nee, so schmeckt der Sommer NICHT!

Andererseits beginnt sich das Knäuel von To-Dos gerade zu entwirren.

Die Zugfahrkarten nach Essen sind gebucht. Dort am Bahnhof holt uns ein Mitarbeiter vom BMW netterweise ab. Wir waren über dieses Angebot ganz fassungslos. Andererseits ist sowas ab einer gewissen Preisklasse für ein Auto wohl Standart. Trotzdem ist es deshalb nicht weniger nett und macht die Sache recht unkompliziert.

Bei einem Opa hier in der Strasse, Hamburger vom ganz alten Schlag udn Vermieter von Stellplätzen, habe ich ebenfalls vorgesprochen und er fand mich dermassen lustig, dass er mich ganz oben auf die warteliste gesetzt hat. Keine Ahnung ob ich das nun als Kompliment werten sollte.

Für den überwuchernden Garten habe ich den nettesten Gärtner Norddeutschlands aufgetan, der am Samstag Hecke und Eingangsbereich zu Leibe gerückt ist und nicht eher ruhen wird, bis auch das letzte Unkraut vor ihm die Waffen streckt, sagt er.

Ausserdem hat er mir anvertraut, dass seine Lebensgefährtin ihn mit in die Oper schleppen will und er sich vorgenommen hat laut "Ruhe" zu schreien, falls die ihm da "zu laut in die Ohren singen". Hehehe.

Die Wohnung ist inseriert und es haben sich in 24 Stunden 30 Interessentinnen gemeldet, die mein momentaner Mieter freundlicherweise am Wochenende mit einer Besichtigungstour beglücken wird.

Dem Sanitärmurkel wurde eine Frist gesetzt und er scheint einlenken zu wollen, sämtliche Geburtstagskinder wurden nach Wünschen befragt und bei meiner Mutter kann ich mir hoffentlich am Freitag ein Bild der Lage machen.

Ich komme mir ein wenig vor wie ein Tigerdompteur, der alle Viecher im Auge behalten muss mit seinem Stock, indem er vor allem die Balance wahrt.
Nur nicht aus dem Rhythmus kommen.

Da kann mich das bißchen radfahren auch nicht mehr aus der Fassung bringen, obwohl ich heute morgen erstaunt war wieviele Steigungen es zwischen Winterhude und Gross Borstel tatsächlich gibt. Und wie heiss es bereits um viertel vor neun morgens ist.

Aber solange ich genug trinke tut mir die Bewegung einfach nur gut und es macht Spass durch die Strassen zu zischen und zu spüren, dass man schwitzt, tritt, atmet und einfach nur lebt.

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Online seit 5389 Tagen
Letzte Aktualisierung: 2013.07.29, 14:19