| Frau G. |
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Dienstag, 8. März 2005
Mission Impossible
frau g., 17:42h
Heute war ich im wahrscheinlich schrecklichsten Bio-Supermarkt aller Zeiten. Und ich dachte, nach dem türkischen Laden, in dem man mir in der Landessprache Unverschämtheiten hinterher knurrte gäbe es keine Steigerung mehr. Weit gefehlt.
Erst parkte ich in einem Parkhaus, dessen Beleuchtung mir spontan den Film "Shining" ins Gedächtnis rief. Der Laden selbst sprühte vor DDR Charme, sprich massenhaft Regale und kaum was drin. Sämtliches Gemüse sah aus wie vorurteilsgeschwängerte Bio-Gegner es sich vorstellen, verschrumpelt und abgegnabbelt. Die Verkäufer erinnerten an eine Rainer Werner Fassbinder Retrospektive, das dauernde Beatles Gedudel im Hintergrund daran, dass einige Leute scheinbar niemals in der Gegenwart leben werden. Ganz besonders ätzend allerdings stiess mir der Missionierungsversuch einer vollkommen uninformierten Kassiererin auf, die meinte mich darüber belehren zu können, welche schädlichen Inhaltsstoffe angeblich ein Produkt enthält, dass sie weder kennt, noch verkauft. Ich: Haben Sie zufällig auch Nahrungsergängzungsmittel? Ich suche XYZ. Sie: Nein, sowas haben wir nicht. Ich: Aha, naja, der Name "Discount" legt ja nahe, dass Sie hier mehr führen als Lebensmittel. Sie: In XYZ sind sicher schädliche Zusatzstoffe drin. Ich. Wieso das? Sie: Das ist bestimmt so. Ich: Soweit ich weiss ist das alles rein pflanzlich. Kennen Sie das Produkt? Sie: Nein, aber da sind bestimmt Zusatzstoffe drin. Ich *leicht genervt*: Das denke ich nicht, denn ich kaufe es sonst immer in einem anderen Bioladen, der es aber momentan nicht führt. Sie: *glotz* *glotz* Vielleicht gibts den da nicht mehr wegen der Zusatzstoffe. Ich: wahrscheinlich... *seufz* Ich bin zu nachgiebig. Besser wäre es gewesen ihr a) zu sagen dass sie einfach den Rand halten sollte, wenn sie keine Ahnung hat und b) dass ich mir jetzt einen richtig schönen Dürum Döner besorgen werde. Mit viel Fleisch drin. Und jeder Menge Zusatzstooffen. ... link (1 Kommentar) ... comment Montag, 7. März 2005
Danke
frau g., 11:34h
Liebe Leute,
die Ihr hier im Blog, per Mail und Snail-Mail und Telefon und Päckchen an mich gedacht und mir zum Geburtstag gratuliert habt, ich danke Euch von Herzen, denn ich habe mich wirklich sehr gefreut! Herr G. und ich hatten einen wunderschönen Tag mit viel Schnee und viel Sonne und viel faulenzen und viel spazieren gehen und viel lecker essen. Nachdem ich es jahrelang nicht mehr gegessen habe, war das Rodizio ein echtes, kulinarisches Erlebnis und der südamerikanische Senor mit der Gitarre sang sein Besame Mucho diesmal auch nicht direkt in mein Ohr, wofür ich ihm wirklich dankbar war. Sonntag haben wir gleich weiter gefeiert und uns mit Freunden in Lüneburg zum brunchen getroffen. ![]() Das Mälzer kann ich nur jedem ans Herz legen, der gerne gut frühstückt und Sonntags werden beim Brunch neben den normalen Frühstückshighlights wie Croissants, Käseplatten und Bergen von Roastbeef und Krabbensalat auch diverse Antipasti und eine unheimliche Auswahl an warmen Gerichten geboten. Das Fischfilet in Krabben-Anis-Sauce war ein regelrechtes Erlebnis. Inklusive Kaffee und Tee soviel man mag für 16,60 Euro ist es allemal ein lohnendes Ausflugsziel wenn man aus Hamburg anreist. Auch mal zu einem der vielen Vortrags- und Kinoabende in dem historischen Räumen, denn hier kann man nicht nur gut essen, sondern auch hervorragendes hausgebrautes Bier trinken. Ausserdem ist so ein Stadtbummel nach der ganzen Völlerei im verschneiten Lüneburg mit seinen schiefen, alten Hexenhäuschen wirklich märchenhaft schön. Für eine Wiederholung werden wir sicher nicht bis zum nächsten Geburtstag warten. ... link (0 Kommentare) ... comment Freitag, 4. März 2005
Alte Zöpfe
frau g., 11:20h
Ich weiss nicht was momentan in der Luft liegt, aber in letzter Zeit kommt es immer mal wieder vor, dass Menschen mit mir Kontakt aufnehmen möchten, die ich bis zu 10 Jahren nicht mehr gesehen habe.
Und seien wir ehrlich, Freunde der Zwistigkeiten, wenn man jahrelang keinen Kontakt mehr hat, dann gibt es dafür auch meistens einen Grund. Einen Grund, der sich für mich als grundsätzliches Problem herausstellte und mich dazu veranlasste die Leitung zu kappen. Und in 99% der Fälle bin ich froh darüber und halte sie deshalb sorgsam gekappt. Das ist Leben ist meines Erachtens nach zu kurz um sich mit unwichtigen Ärgernissen zu belasten oder um überflüssige Kränkungen hinzunehmen. Und im Laufe der Jahre bin ich immer besser darin geworden die Notbremse zu ziehen. Auch innerhalb meiner eigenen Familie. Und krank zu werden hat diesen Prozess noch enorm beschleunigt. Man lernt in einer solchen Zwangssituation nämlich besonders deutlich wie wichtig es ist, sich auf die eigentlichen Dinge zu fokussieren und hat gar nicht die Kraft um Energie an etwas zu verplempern, das es nicht wert ist. Eine Erfahrung, die ich im nachhinein sehr zu schätzen weiss. Sie hat die Schere meines Bewusstseins geschärft, mit der ich heute mühelos alte Zöpfe abschneide. Ich habe ausserdem über mich selbst heraus gefunden, dass ich ziemlich wählerisch bin und dass dieses wählerisch sein ein sicheres Zeichen dafür ist, dass ich gut für mich sorge. Es gab andere Zeiten, da habe ich schlecht für mich gesorgt und wahllos Menschen an mich heran gelassen, die mir geschadet haben. und wenn ich wählte, wählte ich oft daneben. Ich war zu höflich, zu wenig selbstbewusst, zu verzweifelt, zu ängstlich. Ich tat mich schwer darin Grenzen zu setzen, nein zu sagen, auf das zu pfeiffen, was andere über mich und von mir denken. Aber diese Phase meines Lebens liegt nun Gottseidank schon eine Weile hinter mir. Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich herausgefunden habe wer ich bin und wohin ich möchte, denn das war ein hartes Stück Arbeit. Ich bin froh über die Zöpfe, die gefallen sind. Einige liessen sich ganz leicht durchtrennen, andere bedeuteten einen gewaltigen Kraftakt. Am Samstag werde ich 34 Jahre alt und ich freue mich, dass ich noch hier bin und ich habe vor den Tag als das Geschenk betrachten, das er ist. So wie jeden neuen Tag an dem ich aufwachen und leben darf. Ich werde den Tag mit dem Mann verbringen, den ich liebe, immer noch und immer wieder, trotz diverser Unkenrufe diverser Neidhammel und -schafe. Der einzige Grund aus dem wir vor 6 Jahren geheiratet haben war Liebe und der Grund weshalb wir immer noch verheiratet sind, ist ebenfalls Liebe. Wobei dazu noch Achtung, Vertrauen und das Gefühl grundsätzlicher Zusammengehörigkeit gekommen sind. Und kein noch so deftiges Sexmärchen über Knebel und Latex und Swinger-Clubs und Promiskuität als Lifestyle wird es je aufnehmen können, mit einer Geschichte über eine tiefe und wahre Liebe. Liebe ist alles. ... link (3 Kommentare) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2013.07.29, 16:19
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Es is heiss!
Es ist warm. So warm, dass man nicht viel machen kann... by frau g. (2013.07.29, 16:19) Politisch korrektes Deutsch
O.k.... man hat ja meist ein gewisses Selbstbild von... by frau g. (2012.01.02, 12:23) Sie haben eine ganz tolle...
Sie haben eine ganz tolle Einstellung dazu, deswegen:... by sid (2010.11.24, 13:43) |