Fu Kar We: F R a U is for me (and Tatouage) G
Frau G.
Dienstag, 3. August 2004
Fünf mal familiäres
1. Erzähl uns ein wenig über Deine Familie!

Da gibt es zwei. Einmal meine Ursprungsfamilie voller, ähm, eigenwilliger, gewöhnungsbedürftiger Unikate
Und dann die Familie, die ich vor 5 Jahren selbst gegründet habe und die aus meinem Mann, mir und unserer Katze besteht. Sicherlich auch drei Unikate, aber alles in allem eine nervenschonendere Kombination.

2. Wohnen Deine Eltern noch zusammen?

Nein, mein Vater ist bereits vor 10 Jahren verstorben, aber da wir ein Familiengrab besitzen, werden sie ganz sicher irgendwann wieder zusammen wohnen.

3. Hast Du Geschwister? Wenn ja, wie ist das Verhältnis zu ihnen?

Ich habe zwei erheblich ältere Geschwister, einen ultrakonservativen Bruder der seit 20 Jahren seine postpubertäre Phase auslebt und die Nationalzeitung abonniert hat und eine Schwester in der Menopause, die mehr Schuhe als Imelda Marcos besitzt, sich durch einen fatalen Hang zu Laura Ashley auszeichnet und ihre 19 jährige Tochter mit Geld und Psychodruck derart an sich bindet, dass diese wohl auch mit 35 noch oben bei Mutti wohnen wird. Unser Verhältnis? Welches Verhältnis?

4. Wohnst Du noch daheim? Wenn nein, wie alt warst Du als Du ausgezogen bist?

Ich war 20 und bin eine Woche nachdem ich mein Abiturzeugnis in den Händen hielt 380 km weit weg gezogen. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass ist immer noch nicht weit genug.

5. Beschreib uns bitte Deine Wohnung/Dein Zimmer?

15 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt, ziemlich zentral, drei gleichgrosse Zimmer, Altbau, 3 Meter hohe Decken. Die Wände des Flurs sind zitronengelb, Wohnzimmer und Arbeitszimmer, die mit einer grossen Schiebetür verbunden sind terra gewischt. Das Schlafzimmer ist bis auf eine Wand weiss gestrichen, die Wand an der das Bett steht himmelblau.

Die Möbel sind eine Mischung aus Antquitäten und IKEA, Bücherregale finden sich überall. Im Arbeitszimmer steht ein grosser Tisch, der auch als Esstisch genutzt wird, der PC verschwindet dann in einer Kredenz aus gelaugter Kiefer und wird so vollkommen unsichtbar.

85 qm Wohnfläche hat unsere Wohnung insgesamt, neben den Wohnräumen gibt es noch eine weisse, grosse Küche mit helltürkis gestrichenen Wänden und separater Speisekammer, überall Holzdielenböden, Wannenbad und einen Balkon mit Blick ins Grüne. Ausserdem haben wir sie wirklich ziemlich preiswert geschnappt, solange wir also zu zweit sind, werden wir nie, nie, nie hier ausziehen.

via gimme Five

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Hot Cat
Nachdem es wochenlang kalt war wie im Kühlschrank, scheint nun die ganze City in eine brütende Hitze getaucht worden zu sein. Bereits morgens um 9 beginnt sich der Schweiss im Nacken zu sammeln, den Haaransatz zu durchfeuchten und in trägen Tropfenbahnen den Rücken hinab zu rinnen. Da ich eigentlich so gut wie nie schwitze ist mir dieser Zustand schlecht erträglich. Ich dusche morgens, ich dusche abends und dazwischen schwitze ich klebrig vor mich hin, egal wo ich mich aufhalte, egal wieviel oder wie wenig ich bekleidet bin.

Ich hönnte theoretisch tagsüber ans Meer fahren, mich dort abkühlen und braun brutzeln lassen, insoweit schneeweisse Haut denn überhaupt bräunen kann, auf jeden Fall aber könnte ich meine Sommersprossen so drastisch vermehren.

Praktisch jedoch habe ich einfach keine Lust mit Horden von NRWlern über den Strand zu toben und die Stille der Dünen gegen Ruhrpotdialekt und die Schreie der Möven gegen Kindergeschrei einzutauschen.

Frühestens Anfang September kann man sich erst wieder an die See wagen, ohne sich von Dortmunder Pils und Strammem Max erschlagen zu fühlen. Und Mitte September geht es sowieso schon wieder ans Meer, nach Usedom, wenn das Gros der Urlaubsgäste sich bereits wieder auf den Weg nachhause gemacht hat.

Und so schwitzen meine Katze und ich auch den rest des Tages um die Wette, flüchten uns nur in die erträgliche Kühle des Schlafzimmers und teilen uns einen Eiskaffee. Ich mit einem Buch, Maya ab und zu eine Fliege snackend, die sich allzu übermütig auf dem Bett niedergelassen hat. Man kann auch zuckersüss sein und durchaus einer Fliege etwas zuleide tun.

Foto via Clickpix

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Sonntag, 1. August 2004
Warme Gedanken
Der Sommer ist endlich da.
Glaube ich zumindest.
Schon seit Tagen kocht der Asphalt und das Tatatatata der Presslufthämmer vor dem Haus, vermischt mit ständigem Tatütata von Polizei- und Rettungswagen lässt fast das Gefühl aufkommen man lebe in New York. Zum Glück nur fast. Denn würde ich dort wohnen wollen, dann wäre ich ja da und nicht hier. Ist klar.

Vielleicht ist dieses seltsame New York Feeling aber auch nur die Folge anhaltender Guckerei von "Six feet under", dem neuen Suchtmittel im Hause G.. Wobei diese Serie in L.A. spielen soll. Also auch keine echte Parallele zu New York.

Der einzige Nachteil des Gartens ist der, dort keinen DVD Player tauglichen Fernseher nutzen zu können. Das wäre natürlich ein absoluter Hochgenuss: Grillen, Vino und TV glotzen. Statt dessen haben wir einfach so gegrillt, was auch sehr lecker war. Das Auberginenmus allerdings entsprach nicht so ganz meinen Erwartungen. Ärgerlich nach der ganzen Arbeit.

Weniger schön war die Entdeckung eines Erdwespennestes neben unserer Terrasse. Ein wirklich riesiges Nest und alle agressiven Viecher resistent gegen Insektenspray. Glücklicherweise fand sich eine Übergangslösung, bei der ein Staubsauger und eine Plastiktüte eine tragende Rolle spielten. Vielleicht haben wir ja Glück und der Rest des Schwarms beschliesst von alleine auszuwandern.

Ausserdem hat mich Herr G. haushoch beim Kniffel geschlagen. Da fehlen einem doch echt die Worte.

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Dienstag, 27. Juli 2004
Hühüpf
Seit gestern sind mir alle Schuhe schnurz die ich mein eigen nenne, denn kein einziges Paar lässt sich mehr über das Dings streifen, dass bis zu diesem Zeitpunkt allgemein als mein linker Fuss bezeichnet wurde.

Ich ahnte es bereits am Samstag, als ich mich am Gartenteich zu schaffen machte, wegen der Hitze in Flip Flops und ohne mich gegen stechendes oder beissendes Getier eingecremt zu haben. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Jedesmal, wenn mich irgendein Vieh sticht und einer meiner diversen körperteile anschwillt und schmerzt, dass ich ihn am liebsten abhacken würde, fallen mir genau diese guten Vorsätze wieder ein: "Ich werde nie wieder in Stechviechernähe gehen, ohne mich zu präparieren" oder "zumindest geschlossene Schuhe und lange Hosen zu tragen."

Wie gesagt, es kam trotzdem zum alljährlichen, sommerlichen Supergau. Interessanterweise ist es nun nicht so, dass die Stichstelle sofort anschwillt. Sie lässt sich ein paar Tage Zeit, wiegt mich in trügerischer Sicherheit und weitet sich dann ganz plötzlich zu einer ultrafiesen Infektion aus, sobald ich nicht richtig hinschaue.

Ich neige zu sowas, wie mein Hausarzt mir gerne und immer wieder unter die Nase reibt und es stimmt tatsächlich, ausnahmsweise hat dieser Mann mal vollkommen recht.

Im letzten Winter zum Beispiel, als ich wegen des Verdachts auf Blinddarmentzündung im Krankenhaus lag, neben, vor und hinter mir diverse, schnarchende, schnaufende und kotzende Ommas, legte mir eine durchgeknallte Stationsärztin trotz meines Protestes einen Infusionszugang an einer sehr schmerzempfindlichen Stelle am Rand der Innenseite der Armbeuge. Mein Hinweis, das wäre nicht nur schmerzhaft, sondern würde sich bis morgen a) zusetzen und b) entzünden, intreressierte sie nicht die Bohne. Denn sie hatte ja Ahnung und ich natürlich nicht.

Um drei Uhr früh traf ich die Nachtschwester auf dem Gang zum Klo und dieselbe fast der Schlag. Entsetzt zeigte sie auf meinen Unterarm, der Popeye alle Ehre gemacht hätte und die Farbe eines gekochten Hummers angenommen hatte. Ohne Nadel und 10 Icepacks später, besass die gute Frau Doktor dann auch noch die Frechheit mich zu fragen wer den Infusionszugang entfernt hätte.

Ich fragte sie freundlich, ob sie des lesens nicht mächtig sei, das stünde schliesslich alles in der Krankenakte. Sie wolle das aber von mir hören, meinte sie. Und sie bekam auch was zu hören. Mehr als ihr lieb war, vermutlich.
Danach behandelte mich dann ein anderer Arzt.
Ach ja, die guten, alten Tage.

Mein Fuss schwoll, wie gesagt, am gestrigen Nachmittag stetig an und war dann am Abend so dick und rot, dass ich nur noch unter Schmerzen und Tränen laufen, beziehungsweise hüpfen und humpeln konnte.
Glücklicherweise besitze ich nicht nur Icepacks´und Krücken, sondern auch noch diverse antiallergische Gelfluids, mit denen ich dem Projekt "Ich will meinen Fuss zurück" nun zu Leibe rücke. Und eins habe ich mir vorgenommen: "Ich werde nie wieder in Stechviechernähe gehen, ohne mich zu präparieren" oder zumindest geschlossene Schuhe und lange Hosen zu tragen." Ganz sicher.

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Letzte Aktualisierung: 2013.07.29, 16:19