| Frau G. |
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Montag, 2. Januar 2012
Politisch korrektes Deutsch
frau g., 11:23h
O.k.... man hat ja meist ein gewisses Selbstbild von sich. Meins ist was Mitbürger mit Migrationshintergrund angeht das einer fremdenfreundlichen Frau G., die am liebsten beim Türken ihr Gemüse einkauft und kein Problem mit der bekopftuchten Verkäuferin bei H&M hat, die im Gegenteil die multikulturelle Vielfalt ihrer Stadt sehr zu schätzen weiß.
Heute wurde diese Grundeinstellung jedoch ein wenig auf die Probe gestellt. Ich fand mich beim Arbeitsamt ein, um mich dort zu melden, nach diesem und jenem zu erkundigen, mit rudimentären Vorstellungen über den Ablauf, da ich dort bisher nur ein einziges Mal vor Jahren war. Ich stand um 8 vor der Tür, alles ging ruckzuck und ich war angenehm überrascht. Zumindest solange, bis mich ein ungefähr 15 jähriger (!) Mitarbeiter aufrief, um ihm an seinen Platz zu folgen. Er war sehr freundlich, aber leider war das auch schon alles. Er wusste nichts mit meinen Fragen anzufangen, Gründungszuschuss keine Ahnung, dass man auch selbstständig nebenberuflich tätig sein kann war ihm ganz neu und was zum Teufel ist eine Heilpraktikerin? Dem Namensschildchen nach war er türkischer Abstammung oder vielmehr seine Eltern, seine Ausdrucksweise gewöhnungsbedürftig bis unverständlich und die deutsche Grammatik war nicht sein Freund. Nachdem ich meine Angaben 3 mal wiederholt hatte, er immer noch nicht wusste welches Formular er mir nun ausdrucken muss und er schließlich eine Kollegin hinzugezogen hatte, war er ziemlich hinüber. Mit letzter Kraft reichte er mir einen Stapel Papiere. "Ich erkläre Sie das jetzt mal", sagte er. "Das is schwierig mit die Papiere, wenn Sie noch Fragen haben müssen Sie am besten die Hotline anrufen, die gehen den Fragen dann nochmal mit Sie durch und helfen Sie." Ich habe wohl etwas erstaunt geguckt, was er als Unverständnis interpretierte und anmerkte: "Also den zweiten Bogen ist nich wegen den Geld oder so, dass is für den Sachbearbeiter wegen den Vermittlungsgespräch, also nich wegen den Geld. Für den Geld ist den ersten Bogen." Ja. So war das. Und nun frage ich mich die ganze Zeit was ich davon jetzt halten soll und vor allem welche Einstellungskriterien das Arbeitsamt wohl hat. Welchen Schulabachluss mag dieser Junge haben? Und wen zum Teufel soll der beraten. Und vor allem: wie? Bin ich gerade eben fassunglos und das nich nur wegen den Geld, sondern vor allen wegen den Klischee den hier erfüllt wird. ... link (0 Kommentare) ... comment Mittwoch, 28. Dezember 2011
Tschö 2011
frau g., 13:19h
Öhm, ja, ich habe so lange nicht mehr gebloggt, dass ich fast vergessen hatte wie es eigentlich (technisch) geht - peinlich!
Warum ich es so lange nicht getan habe? Einerseits kaum noch Zeit, weil beruflich total eingespannt, andererseits vieles nicht bloggtauglich. Wenn einen der ein oder andere (er-)kennt kann man nicht (mehr) so frei von der Leber bloggen wie man es gerne hätte. Ich hab immer am liebsten über familiäre und persönliche Dinge gebloggt, fand ich am lustigsten/schlimmsten/kuriosesten/inspirierendsten - das geht aber ab einem bestimmten Punkt nicht mehr, außer man hat kein Problem damit ständig eins auf´s Dach zu bekommen. Außerdem ging ich davon aus, dass Leute mitlesen, die mein Privatleben mal so gar nix (mehr) angeht. Aber nun merke ich, wie mir das bloggen gefehlt hat. Aufgrund beruflicher Veränderungen werde ich ab dem 1.1. 2012 wieder mehr Zeit haben, die Doppelbelastung durch 2 Jobs hat ein Ende. Um finanziell über die Runden zu kommen, nachdem ich plötzlich ganz allein Kosten tragen musste die zuvor für 2 Verdiener gedacht waren, war das unumgänglich und ich hab mich ziemlich tapfer geschlagen, darauf bin ich natürlich stolz. Aber nun, 2 Jahre später, wird die Last wieder von 2 Schultern getragen und ich kann neu durchstarten. Schau´n wir doch mal wie 2011 war 1. Zugenommen oder abgenommen? Seit der großen Abnahme 2008 insgesamt 8 Kilo wieder zugenommen. 2. Haare länger oder kürzer? Ziemlich lang (Mitte vom Rücken), wieder naturdunkel und glatt. 3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Auf jeden Fall schlechtsichtiger. 2 Jahre Bildschirmarbeit fordern leider ihren Tribut, zumindest wenn man eh schon schlecht sieht. Nächste Woche Augenarzt. 4. Mehr Kohle oder weniger? Mehr, aber noch viel größere Ausgaben. 5. Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr, aber leider nicht für Schuhe und Handtaschen, sondern für Notare, Rechtsanwälte, Justizkassen und anderen Mist. 6. Mehr bewegt oder weniger? Weniger. Viel zu wenig. Bewegung steht nun ganz oben auf der Liste. Gut, dass wir gleich am Stadtpark wohnen. 7. Der hirnrissigste Plan? Gab es dieses Jahr nicht. Alle Pläne haben sich als ganz gut durchdacht erwiesen. Vielleicht werde ich nicht nur älter, sondern auch klüger?! 8. Die schönste Unternehmung? Unsere Hochzeit im Juni. Ich hätte nie gedacht, dass ein Tag so dermassen perfekt sein kann. Großartiges Wetter, ein traumhaftes Kleid, eine wunderschön geschmückte Kirche, eine rührende Traurede von einem warmherzigen, klugen Pastor gehalten, eine traumhafte Kulisse am Hafen, eine Spitzen-Fotografin, eine bildschöne Location, köstliches Essen, ganz, ganz tolle Gäste, Top-Stimmung und natürlich den geliebten Mann an meiner Seite, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen möchte. Das mit dem schönsten Tag im Leben kann ich dementsprechend nun wirklich so bestätigen. (siehe Foto) ![]() 9. Die beste Entscheidung? Mehr ich selbst zu sein, bei mir zu bleiben, mich nicht zu verbiegen. 10. Die teuerste Anschaffung? Naja Anschaffung, für Anschaffungen blieb kein Geld nachdem ich z.B. immer mal wieder für Schulden meines Exmannes zahlen darf und er seinen Zahlungsverpflichtungen mir gegenüber nicht nachkommt. Ein insolventer Steuerberater, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Nun ist er seinen Titel los und ich frage mich, wie man innerhalb so kurzer Zeit sein Leben dermassen in den Sand setzen kann, wenn man mal so gute Voraussetzungen hatte. Trotz seines beschissenen Verhaltens der letzten 4 Jahre empfinde ich jedoch keine Genugtuung. Es tut mir leid zu sehen wie sich jemand selbst so sehr schadet, weil er nicht genug Selbsterhaltungstrieb besitzt und anscheinend auch nicht alleine klarkommt. 11. Das leckerste Essen? In Griechenland, auf Santorini war alles sehr lecker, besonders "Gastro" eine Spezialität der Insel. 12. Das beeindruckendste Buch? Wenn ich ehrlich bin, hatte ich viel zu wenig Zeit zum lesen. Nur Triviales, nix beeindruckendes. 13. Der beste Film? Inception. Mit Abstand. 14. Die beste CD? Adele live in Concert, ein Geschenk und einzige "Neuanschaffung". 15. Das schönste Konzert? Gab es dieses Jahr nicht. Aber wir waren im Sommer in einem Musical im Schmidts zum Thema TV-Melodien. Keine Ahnung mehr wie das hieß, war aber arschlustig. 16. Die meiste Zeit verbracht mit …? Arbeiten. 17. Die schönste Zeit verbracht mit …? Meinem Mann. Die Hochzeitsreise nach Santorini war unvergesslich. 18. Vorherrschendes Gefühl 2011? Freude. 19. 2011 zum ersten Mal getan? Griechenland besucht. 20. 2011 nach langer Zeit wieder getan? Geheiratet. 21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Den einen oder anderen Streit, unangenehme Erfahrungen am Arbeitsplatz, den Umzug am Ende des Jahres. 22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Das man sich irgendwann mal wieder vertragen muss und Dinge hinter sich lassen. Hat nicht geklappt. 23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Meinem Patenkind mit einem 20 Euro Schein. Er ist 7 und hielt sich daraufhin für Dagobert Duck. 24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Mein Ehering, Weißgold mit 11 Brillianten. 25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? "Zusammen schaffen wir alles und alles wird gut". 26.. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Aber natürlich darfst Du mit Deinen Kumpels zum Skilaufen fahren und nein, ich werde nicht mitkommen. ;) 27. 2011 war mit einem Wort …? Schön. ... link (2 Kommentare) ... comment Mittwoch, 24. November 2010
Oh happy day
frau g., 10:52h
Man sagt ja immer der schönste Tag im Leben sei die Hochzeit. Das mag bei vielen Leuten zutreffen, allerdings musste ich gestern feststellen, dass der Tag der Scheidung noch viel, viel schöner sein kann.
Besonders dann, wenn man gar nicht damit gerechnet hat, dass die Scheidung an diesem Tag ausgesprochen wird. 2,5 Jahre Wartezeit auf 40 entscheidende Minuten. "Ja, ich will" zu sagen ging bedeutend schneller. Kolleginnen und Freundinnen, die bereits geschieden sind vertrauten mir vorher an, dass dieser Tag doch irgendwie deprimierend gewesen sei. Was soll ich sagen - für mich nicht! Dass letzte Mal, dass ich so einen Glücksflash hatte, war wohl an dem Tag als ich meine Heilpraktikerprüfung bestand. Hätte ich mir nicht vor einigen Tagen bei einem Sturz den Fuss verdreht und wäre auf Stützschiene und Krücken angewiesen, ich hätte wohl den gesamten Rückweg vom Sitzungssaal zum Auto meiner Freundin getanzt. Endlich Ende, endlich Ruhe und nie wieder anstrengende Telefonate, unverschämte Anwaltsschreiben und der Knoten im Magen was wohl jetzt wieder ansteht. Der kurze Blick zurück löste Erstaunen aus und ein großes GARNICHTS. Keine Wut, kein Hass, keine Trauer. Einfach nur NICHTS. Der Blick nach vorne ist zuversichtlich. Ich habe viel über mich gelernt, meine eigene Stärke, mein Durchhaltevermögen. Früher war ich oft unzufrieden mit mir. Jetzt bin ich ziemlich stolz auf mich. Und auch die befürchtete Verbitterung blieb aus. Ich glaube trotz allem an die Liebe. Sie hat mich immer reicht beschenkt. Und ich bin sehr dankbar dafür geliebt zu werden, immer wieder und immer tief und echt. Und ich glaube auch weiterhin an die Ehe, an den Wunsch eine Familie zu sein, sich zu bekennen und füreinander da zu sein. Ich glaube an die Bank auf der man im Alter gemeinsam sitzt und trotz aller Höhen und Tiefen glücklich ist den anderen gefunden zu haben. Ich glaube aber auch an ein Leben alleine, erfüllt von Glück und Zufriedenheit, voller Freunde und Menschen um einen herum die mehr Familie sind als manch "echte" Familie. Ich glaube es gibt niemals nur den einen Weg. Aber eins ist sicher: was vorbei ist, ist vorbei. ... link (1 Kommentar) ... comment ... older stories
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Letzte Aktualisierung: 2012.01.02, 11:23
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O.k.... man hat ja meist ein gewisses Selbstbild von... by frau g. (2012.01.02, 11:23) Hier tut sich endlich...
Hier tut sich endlich wieder was und was für ein... by sid (2011.12.28, 13:28) Sie haben eine ganz tolle...
Sie haben eine ganz tolle Einstellung dazu, deswegen:... by sid (2010.11.24, 12:43) |