Fu Kar We: F R a U is for me (and Tatouage) G
Frau G.
Montag, 6. Dezember 2004
Endlich fühle ich mich verstanden - schluchz...
Erstes BärchenZweites BärchenDrittes BärchenViertes BärchenFünftes Bärchen


Zwei gelbe, ein weisses, zwei grüne Bärchen

TATENLOSIGKEIT, EHRGEIZ, INTUITION

Eines Tages spaltete sich der Himmel. Eine riesige Hand kam heraus. Und die griff sich ein kleines, blondes Mädchen namens Meryl Streep, stellte es nach Hollywood vor eine Filmkamera, und dazu sprach eine gewaltige Stimme: Jetzt bist du ein Star! So jedenfalls habe sie es sich immer vorgestellt, erzählt Meryl Streep. Irgendwann, dachte sie, wirst du entdeckt. Wurde sie aber nicht. Statt dessen entdeckte sie eines Tages die ersten Falten. Und da, endlich, beschloss sie, nicht länger zu warten. Kündigte den Büro-Job, nahm Schauspielunterricht, bewarb sich an kleinen Bühnen. Von da an gings bergauf. Was hat das mit Ihnen zu tun? Auch Sie sind erstens begabt, haben zweitens einen gewissen Ehrgeiz, der aber nicht so recht fruchtet (zweimal Gelb), weil Sie drittens lieber hoffen und warten, statt etwas zu wagen (zweimal Grün). Mit anderen Worten, Sie laufen Gefahr, Ihre erstaunlichen Anlagen verkümmern zu lassen, statt sie zu entwickeln und zu entfalten. Deswegen haben Sie diese Bärchenkombination gezogen. Als sanften Schlag auf den Hinterkopf. Dahin, wo die Intuition sitzt. Denn die erwacht jetzt. Das zeigt das weisse Bärchen. Ihre innere Stimme meldet sich. So laut, dass Sie sie kaum überhören können. Die sagt Ihnen, es ist an der Zeit, auf eigenen Füssen zu stehen. Loszugehen. Wohin? Ins Unbekannte. Sie können der Führung Ihrer inneren Stimme vertrauen. Auch wenn Sie auf die Nase fallen. Auch wenn Sie eins auf den Deckel kriegen. Wenn man Sie ablehnt. Solche Erfahrungen geben Ihnen Feedback. Die sind nur dazu da, damit Sie checken, was Ihnen gut tut und was nicht. In welche Richtung Sie gehen sollten, und welche Sie lassen können. Das kriegen Sie nur im Trial-and-Error-Verfahren raus. Nicht durch Gedankenspiele. Sondern indem Sie aufbrechen. Schicken Sie uns gelegentlich eine Ansichtskarte!

Orakel vom Montag, 6. Dezember 2004, 18:28 Uhr

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Sonntag, 5. Dezember 2004
Nicht schön aber selten
"Du schreibst ja gar nichts mehr in Dein Blog, wie gehts Dir denn?" Diesen leicht vorwurfsvoll vorgetragenen Satz habe ich nun schon mehrmals virtuell und auch live um die Ohren gehauen bekommen und wenn ich die letzten Wochen hier durchblättere, fällt es mir selbst auf, meine Beiträge werden immer sporadischer und immer kürzer.

Woran das liegt weiss ich selbst nicht so genau. Wahrscheinlich gibts da mehrere Gründe.
Einerseits fehlt mir objektiv betrachtet oft die Zeit und manchmal auch die innere Ruhe zum bloggen. Oder ich tipp mir den Wolf, vergesse zu sichern, der Explorer stürzt ab und der Eintrag landet im Orkus. Meist bin ich dann zu faul um alles noch mal von vorn zu schreiben.

Oft fange ich aber auch an etwas zu schreiben und merke, dass mir der Beitrag zu umfangreich wird, einfach zu viele Hintergrundinfos nötig wären, um ihn lesbar und verständlich zu machen. Und dann lösche ich ihn wieder.

Oder er beinhaltet zu viel Persönliches und die ganz persönlichen Sachen blogge ich nicht.
Das habe ich eigentlich von Anfang an so gehalten und es hat sich manifestiert, als mir klar wurde, dass hier nicht nur nette Leute mitlesen, sondern auch welche, die mich nicht mögen und die ich nicht mag und bei denen ich nicht will, dass sie, wenn auch nur rein virtuell, an meinem Privatleben partizipieren.

Übrigens gibts trotzdem LeserInnen die sich nicht entblöden versuchen, Menschen von denen sie wissen, das die mich live und in Farbe kennen, per Mail über mein Privatleben auszuquetschen, sei es meine Familie(nplanung) betreffend oder um breitflächig unwahre Gerüchte über meinen beruflichen Werdegang und meine Person per se zu streuen und damit ein bißchen auf den Busch zu klopfen.

Das alles kommt mir natürlich irgendwann zu Ohren. Dinge, die unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt werden, verbreiten sich nämlich meist schneller als Sackratten.
Aber auch solche Dinge blogge ich nicht, denn in 99 % der Fälle geht mir sowas am <zensiert> vorbei und das 1 %, das mich tangiert kläre ich nicht übers Blog, sondern persönlich.

Früher habe ich gerne mal über Dinge geschrieben, die ich in anderen Blogs gelesen habe, aber da ist mittlerweile soviel Mist im Umlauf, der macht mich nur noch müde. Fastfoodsüchtige Berufsheulsusen, Sportwagenfahrer mit Schwanzgrössenkomplex, die sich altersbedingt bereits selbst in der männlichen Menopause befinden aber immer noch gerne über Papis und Mamis Kohle schwadronieren, Psychosekranke mit Medizinerphobie und berufsjugendliche Thekenschlampen, die auf Hinterhöfen ihre Titten präsentieren.
Eine imposante Mischung eigentlich, die inhaltlich viel verspricht aber nichts hält, sondern langweilt bis das Testbild kommt.

Was bitte soll ich darüber schreiben?

Nein, ich denke nicht, dass meine momentane Bloggunlust sich wieder wandeln und für regelmässige Einträge garantieren wird. Obwohl, wer weiss, vielleicht passiert morgen ja irgendwas dolles.

Man stelle sich vor: ein Flugzeug, gesteuert von fiesen Terroristen knallt politisch symbolisch auf ein Kentucky Fried Chicken und ich beschliesse darauf hin mein Leben zu ändern.
Ich trete in eine dubiose Sekte ein, backe täglich Kuchen, schlafe auf einer Luftmatratze und trage nur noch Second-Handklamotten, die ich bei einer Frau erwerbe, die noch durchgeknallter ist als ich selbst.

ich rasiere mir den Schädel kahl, trommle den halben Tag und beginne Tagebücher zu schreiben, über die aufregende, pulsierende Stadt in der ich lebe und die ich sogar ab und zu mit eigenen Augen sehe, sobald ich mein 8 qm grosses Zimmer verlasse, um mit meiner Dreckwäsche zum Waschsalon zu schlappen. Und ich liste dann alle Filme auf, die ich schaue und Bücher, die ich lese und die Musik die ich höre. Und ich finde sogar einen Verlag der mich druckt. Und ich mache tolle Lesungen. Und wenn mich jemand kritisiert, dann kann das nur ein Neider sein, denn ich bin toil und mutig und total angesagt.

Und weil das alles halt so spannend und toll ist, lassen mir ganz viele Leser per Amazon meine Lieblingsbücher für lau zukommen.
Einfach so, aus Dankbarkeit. Weil ich jeden Tag ihren Tag mache, wenn ich zum Beispiel darüber schreibe, dass der Schlachter im Laden gegenüber die Mettwurst nicht schön dekoriert hat im Schaufenster. Oder mich so gekonnt bemitleide, obwohl es mir eigentlich total gut geht. Nicht jede kann klagen ohne zu leiden, aber ich könnte das, wenn ich erst mal berühmt sein sollte und wichtig.

Also warten wir einfach mal ab.

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Freitag, 3. Dezember 2004
Loslassen
Frisch geschrubbt und duftig gecremt tief ins Sofa gekuschelt liegen, frische Weihnachtsplätzchen knabbern, Krimis aus dem alten Rom schmökern und einem zartschmelzenden Dean Martin zuhören.
So tun, als wäre man immer allein und vogelfrei.
Und warmen Funken der Vorfreude spüren auf den, der die absolute Ruhe beenden wird.

Stars shining bright above you
Night breezes seem to whisper I love you
Birds singing in the sycamore tree
Dream a little dream of me...

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Letzte Aktualisierung: 2013.07.29, 16:19