Fu Kar We: F R a U is for me (and Tatouage) G
Frau G.
Montag, 21. Juni 2004
Kreisch oder Schuhe Teil II
What a fuckin´desaster!

Nun findet nicht nur eine aufregende kirchliche Trauung einer meiner liebsten Freundinnen statt, nein, auch zum Standesamt wird urplötzlich, quasi in letzter Minute geladen.
Erst hiess es nur Eltern, Geschwister, Trauzeugen und man denkt: auch gut, in diesem Fall bin ich diesmal raus aus dem Schneider. Und dann sowas. Nun doch wieder ein anderes Programm.

Eine bohrende Frage wirft das für mich auf: was ziehe ich verflixt nochmal bloss an? Und meine spontane, in leichter Panik verfasste Antwort lautet: ich brauche Schuhe!

Objektiv betrachtet habe ich natürlich genug Schuhe.
Aber werden die rehbraunen Kalbslederpantoletten wirklich gut aussehen zur weissen Leinenhose?
Natürlich könnte ich auch schwarze Schuhe tragen oder pinke oder gelbe oder blaue. Zu weiss passt schliesslich alles.
Aber nur braun passt zu dem Hut, den ich anpeile und der zu diesem Anlass der Einzige ist, der in Frage kommt.
Ein morgentauglicher, leichter Sommerstrohhut, üppig mit braunem und cremefarbenem Leinentüll bestückt. Der gehörte mal zu einem braunen Seidenkleid, dass ich mir ruiniert habe und deshalb den Weg alles Irdischen gehen musste. Der Hut blieb, schön, teuer und zu nichts anderem in meiner Garderobe passend. Weswegen weder das zeitlose Nadelstreifenkostüm, noch die Wickelrockkombis, und auch nicht die Business Hosenanzüge in Frage kommen.
Er passt zu nichts, ausser zu der weissen Leinenhose, die man ja zu allem tragen kann.

Bleibt demnach die Frage, was trage ich als Oberteil dazu? Weiss geht nicht. Ganz in weiss, das ist der Braut vorbehalten. Schwarz, gelb, pink und blau passt wieder nicht zum Hut und den rehbraunen Sandalen.

Braun also.
Hab ich nicht. Oliv hab ich. Hellbeige hab ich. Eierschal hab ich. Geht alles gar nicht.
Und beim Shopping im letzten Moment findet frau sowieso nie, nie, nie das was sie sucht.
Aber was bleibt mir anderes übrig? Zwangsshopping. Ob das gut geht? Kann ich unter solchem Druck vernünftig arbeiten? Warum nur ich, oh Herr, warum nur ich?

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Samstag, 19. Juni 2004
Fussballer sind Schuhfetischisten
Die Teletussies sind wieder Online! *freu*

Und natürlich hagelt es gleich, wie gewohnt, gesellschaftskritische Beiträge.
Warum, so fragen sie sich, reden Frauen plötzlich über so etwas profanes wie Fussball, statt sich sinnvolleren Beschäftigungen zuzuwenden, wie z.b. Schuhe shoppen?

Eine gute, sinnvolle und interessante Frage.

Also ich bin, in dieser Beziehung zumindest, ein wirklich multitaskling fähiges Wesen, dass sich gleichermassen für beides begeistern kann.

Schon als ich fünf war oder so, sammelte ich Fussballbildchen, weigerte mich gleichzeitig Hosen zu tragen und stand mächtig auf schwarze Lackschuhe.
Ich wäre ganz gerne eine Mischung aus Sarah Kay und Karl-Heinz Rummenigge gewesen.

Und an dieser Multitaskingfähigkeit hat sich in den letzten - öhm - sagen wir mal 24 <lüg> Jahren auch nichts geändert. Ich trage zwar inzwischen Hosen, gehe auch immer noch zum Fussball gucken, aber bei Fan- und Motto-Shirts, sowie Bier aus Pappbechern hört bei mir die Liebe zum Sport beispielsweise gepflegt auf. Und wie Karl-Heinz Rummenigge möchte ich nun wirklich nicht mehr aussehen.
Mein Schuhschrank quillt über, vor allem von sogenannten Sitz- und Steh- aber keinesfalls Gehschuhen; ich bestze allein rund ein Dutzend Paar Flip-Flops

Ausserdem finde ich es zunehmend entzückend unterhaltsam, wenn sich Frauen über Fussball unterhalten.
"Die Trikots der Italiener sind soooo schön, warum haben unsere Jungs eigentlich immer so geschmacklose Säcke an?" "Dieser eine da, dieser Schwede, mein Gott hat der Mann einen göttlichen Körperbau." "Ich finde das sowas von eklig, dass der Totti diesen Dänen angespuckt hat. Igitt. Der sollte sich echt schämen. Naja, jetzt darf er ja auch nicht mehr mitspielen..."
Drei Stilblüten und das nur vom gestrigen Frisörbesuch.

Meinem Mann tue ich übrigens nicht wirklich eine Gefallen mit meinem Fussbalinteresse, denn wir können uns auch mal ganz gut in die Wolle deshalb bekommen.
Männer möchten nur gerne Frauen, die während eines Spiels die Klappe halten und Knabberkram ranschaffen, statt zu nörgeln, dass sie aber lieber den Rosamunde Pilcher Schinken geguckt hätten. Sie wollen trotzdem ganz sicher keine Expertinnen, die im schlimmsten Fall auch noch irgend etwas besser wissen könnten als sie selbst.

Vielleicht ist es einfach nur so, dass sich Frauen deshalb so zum Fussball hingezogen fühlen, weil kein anderer Sportler ihre Liebe zum Schuh so sehr teilt wie ein Fussballspieler. Stundenlanges Gerede über Form, Farbe, Material und die Einigkeit darüber, nie zuviele Paar Schuhe besitzen zu können, das verbindet doch irgendwie alle Weiberkränzchen mit sämtlichen Fussballclubs auf dieser Welt. Sach ich mal so.

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Freitag, 18. Juni 2004
Gimme five
1. Was ist Dein Lieblingsessen?
Sauerbraten mit Kartoffelkössen wie nur meine Mutter ihn kochen kann.

2. Was trinkst Du am liebsten?
Vernünftigerweise trinke ich hauptsächlich Wasser, aber am liebsten einen guten, französischen Champagner.

3. Nenn uns etwas was Du nie isst.
Matjes und Co., damit kann man mich jagen.

4. Was war Dein bestes Essen?
Das kann ich so gar nicht sagen, dazu koche und esse ich einfach grundsätzlich zu gut. Ich habe allerdings vor vielen Jahren mal ein Buffet für 30 Personen hergerichtet.
Dafür habe ich drei Tage gebacken, gebraten und gekocht, da war schon wahnsinnig gutes Essen, sicher ein Highlight in meiner Kochkarriere. Unter anderem gab es da einen Steinpilzstrudel, von dem die Gäste immer noch sprechen.

5. Hast Du ein Lieblingsrestaurant? Wenn ja, erzähl uns davon!
Viele, aber eins werde ich empfehlen, für Verliebte und Neuverliebte, die einen Wocheendtrip planen:
in Paris im Maraisviertel, gleich um die Ecke der Métrostation "Temple", in der Rue de Picardie, gibt es ein Restaurant namens "Madame Sans Gene". Das Marais ist inzwischen die absolute Schwulenhochburg von Paris, dementsprechend, wird auch das Madame sans Gene von einem schwulen Paar geführt, wovon einer sehr charmant bedient, während der andere wahnsinnig gut kocht.

Das Restaurant selbst befindet sich in einem sehr kleinen, uralten Häuschen und wenn man genüsslich gespeisst hat, sollte man unbedingt einen nächtlichen Spaziergang durchs Viertel unternehmen und auf einen Cocktail in der "Rue des Rosiers" vorbeischauen. Dort löst das Judenviertel die Schwulenszene ab und wer gerne oder grundsätzlich koscher essen möchte ist hier richtig. Ich selbst nehme mir dann immer noch ein bisschen was für zwischendurch bei Jo Goldberg mit, der unter anderem die herrlichsten Patisserien anbietet

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Bedienung!
Zu den Annehmlichkeiten des weiblichen Lebens gehört es, dass niemand sich wirklich wundert, wenn wir Weiber viel, viel Kohle für Frisöre und Schuhe ausgeben.

Leider ist es wohl auch selbstverständlich, dass wir natürlich gerne stun-den-lang im Frisiersalon sitzen, während an uns herum gepinselt, geschnibbelt, gewickelt, gefönt, extensioniert und weiss der Teufel was noch alles gemacht wird.

Frau G. ist jedoch explizit für ihre Ungeduld bekannt. Seit ich nämlich dereinst eine ziemlich lange Zeitstrecke immer und immer wieder in ärztlichen Wartezimmern herumsitzen durfte, bin ich empfindlich geworden und horche sofort misstrauisch auf, sobald jemand die Worte "einen Moment bitte" "nimm doch bitte eine Augenblick dort <zeig> Platz" "das kann noch etwas dauern" oder "hast Du etwas Zeit mitgebracht?" in den Mund nimmt.

Da steigt mir gerne mal ruckzuck die Hitze ins Gesicht. Da bekomme ich Herzklopfen. Da steigt mein Puls von 60 auf 100 in 5 Sekunden. Das geht gar nicht.

Als ich das letzte Mal mein Haar schneiden liess, wartete ich trotz Termin eine satte Stunde darauf bedient zu werden. Das verursachte mir sehr, sehr schlechte Laune. Damals musste ich die Warterei aber in Kauf nehmen, weil ich am nächsten Tag verreisen wollte.

Heute lag die Sache anders. Ich schwor mir grosses Tamtam zu veranstalten, sobald ich länger als 20 Minuten in der Warteschleife sitzen sollte. Natürlich war ich bereits nach 15 Minuten dran. Was mich mal wieder in meiner Theorie bestärkt, dass man nur entschlossen genug auftreten muss, dann klappt alles von ganz alleine.
Oder in meiner anderen Theorie, dass dann, wenn man eine Ausweichmöglichkeit in Petto hat, alles reibungslos funktioniert, was sonst völlig daneben geht, sobald man sich unter Zeitdruck befindet.

Während ich die 15 Minuten wartete, ging ich also kostenlos Online, <ich liebe diesen Frisör, yes i do> um mir die Zeit dadurch zu verkürzen, dass ich ein paar virtuelle Holländer mit Käsewürfeln und Holzpantinen abschoss. Ein kleiner Junge, ebenfalls dazu verdonnert "mal eben einen Moment Platz zu nehmen", zeigte sich interessiert und ich weihte ihn gerne in hohe Kunst der Ballerei mit der Maustaste ein.
Er wurde dann allerdings vor mir zum einshampoonieren abgeholt und ich mähte dementsprechend fröhlich weiter die holländischen Nationalspieler ab.
Der Chef des Ladens, dessen Hüfthose fast so tief hing, wie die eines Sanitärheinis, wenn er unter die Spüle kriecht, knapp oberhalb der Arschritze also, was jeden Betrachter beten lässt, dass sie nicht noch 2 cm tiefer rutscht und diverse Körperbehaarung enthüllt, hatte nichts besseres zu tun, als mich zu fragen: "Na, hat er Dir beigebracht wie das geht?"
Ist klar, ein Mann muss immer her, quasi in allen Lebenslagen, damit er einer Frau zeigt wie´s geht. Auch dann, wenn die Frau Anfang 30 ist und der Mann in etwa 10.
Hallo? Geht´s noch, Du Spacken?
Ich habe mich dann freundlich herumgedreht und geantwortet: "Nein, ich hab´s ihm beigebracht, soll ich´s Dir auch beibringen?"

Tja, was soll ich sagen, da war ich dann sofort dran mit dem Strähnchen färben. Das ging zz - ziemlich zügig.

Ich war bedient und wurde bedient. Immerhin war der junge Mann nicht da, der sonst gerne über meine Schuppen schwadroniert.
Und nach drei<!!!> Stunden durfte ich auch schon wieder gehen. Rundum erneuert und am Ende mit jeglicher Spur von Geduld.

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Letzte Aktualisierung: 2013.07.29, 16:19